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Holz ist nicht gleich Holz

Vor vier Jahren habe ich diese formal sehr schlicht gehaltene Grabstele aus einem Stück Eichenholz auf dem Karlsruher Hauptfriedhof aufgestellt. Mittlerweile ist das unbehandelte Holz vollständig vergraut und schillert, wenn man so will, in allen Tönen der pflanzlichen Umgebung. Das sind allerdings Prozesse, die man kaum willkürlich beeinflussen kann. Mit Lasur behandeltes Eichenholz sieht immer mehr oder weniger gleich aus. Die Oberfläche des unbehandelte Holzes jedoch ändert sich je nach Beschaffenheit des Holzes, Wetterlage und Umwelteinflüssen.

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L. Rumold: Grabstele aus Eichenholz, naturbelassen

 

Der Winter ist vergangen – ist der Winter vergangen?

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Holzgrabmal von B. Rumold, ca. 1989, vor sieben Jahren (Anfang 2008) grundrenoviert.

Gestern habe ich bei mildem, sonnigem Wetter damit begonnen, die von mir betreuten Holzgrabmale zu streichen (ich verwende dazu eine offenporige Holzlasur). Wenn die Grabmale einmal im Jahr (nach kurzer Säuberung) gestrichen werden, sehen sie viele Jahre lang „wie neu“ aus. Verzichtet man auf diese jährliche Maßnahme, muss man damit rechnen, dass sich nach zwei, drei Jahren erste Spuren der Verwitterung zeigen, da die anfänglich aufgetragene Lasur ihre konservierende Wirkung nach und nach verliert.

Dieses Holzrabmal (es steht auf einem der der Karlsruher Stadtteil-Friedhöfe) wurde von meinem Vater Berthold Rumold Ende der 1980er Jahre geschaffen.